Raglanlinien im Vergleich

Ich bin ein großer Fan möglichst nahtfreier Strickereien. Vor allem, weil ich mit meiner Nahtkunst selten zufrieden bin – obwohl ich es tapfer immer wieder versuche.

Jedes Mal, wenn ich irgend etwas (egal ob von oben oder unten stricke) habe ich vergessen, wie genau welche Zu- oder Abnahme-Methode genau aussieht und stricke das hunderste Probierläppchen. Da ich bisher im web noch keine (mir helfende) Übersicht gefunden habe. Hab ich diesmal das Probeläppchen abgeknipst. Hier nun also, meine visuelle-virtuelle Denkstütze, mit allen grundlegenden Optionen, die mir einfielen (auch solche, die ich nicht oder ungern nutze, aber eine einfache Lösung für Anfänger*innen sein können).

Alle Beispiele sind mit einer Raglanlinie von 2 Maschen gestrickt, es liegen immer 2 Maschen zwischen den Zu-/Abnahmen.

UmschlägeUmschlagWP_20150803_002Das Lochmuster ergibt sich egal ob die Umschläge in der rechten oder linken Reihe gemacht werden, sofern sie in der folgenden normal abgestrickt werden. Sehr schöne Lösung für Anfänger*innen.

UreVWP_20150803_022Umschläge in der linken Reihe in der rechten Reihe rechts verschränkt abgestrickt. Streng genommen ist die Linie nicht symmetrisch, trotzdem sicher eine zufrieden stellende Lösung für Anfänger.

Maschen verdoppeln – kfbkfbWP_20150803_035Hier wurde links und rechts der Raglanlinie in der Rechtsreihe, aus einer Masche eine herausgestrickt (kfb). Auch nicht symmetrisch, aber leicht. Theoretisch, geht das auch auf der linken Seite (pfb) und müsste so ähnlich aussehen.

gerichtete Zunahmen aus dem Querfaden -m1r/m1l m1lm1rWP_20150803_038Hier wurde vor der Raglanlinie eine nach links gerichtete Zunahme gestrickt (m1l), nach der Linie eine nach rechts gerichtete (m1r). Die 2-Maschen-Linie tritt etwas hevor, durch die kleinen Löcher.

mrlm1lWP_20150803_044Hier ist es genau anders herum: erst m1r, dann m1l. Auch wenn beide Optionen auf den ersten Blick sehr ähnlich wirken, liegt (bei mir zumindest) die Raglanlinie der zweiten Variante etwas flacher. Mir scheint (und ich bitte um weitere Analysen), dass es damit zu tun hat, dass hier weniger „Zug“ auf den Raglanmaschen liegt. Beide Methoden ergeben in jedem Fall ein symmetrisches Bild.

gerichtete Zunahmen aus tiefer gestochenen Maschen – KRL / KLLkrlkllWP_20150803_052Tiefer gestochene Zunahmen (oder auch „russische“ Zunahmen) auf der rechten Seite, hier zuerst eine nach rechts-geneigte (KRL), dann eine nach links (KLL). Die Raglanlinie von 2 Maschen wirkt breiter und tritt wie ein Band hervor.

kllkrlWP_20150803_060Dreht man das ganze um (also erst KLL, dann KRL) entsteht der Eindruck, also ob die Raglanlinie nur aus einer Masche besteht. Liegt logischer Weise daran, dass die Zunahme hier aus je einem Maschenbeinchen der Raglanlinienmaschen gemacht wird.

Abnahmen

Zum von-unten-nach-oben stricken, nun noch die zwei grundsätzlichen Optionen beim Abnehmen.ktogsskWP_20150802_035Erst 2 Maschen rechts zusammenstricken (k2tog), dann eine Masche überzogen abnehmen oder SSK (ich habe SSK improved gestrickt), ergibt optisch ein Band, dass breiter als 2 Maschen aussieht.sskktogWP_20150803_030Umgekehrt bei erst SSK, dann 2 rechts zusammenstricken, sind wirklich nur die 2 Raglanlinien-Maschen zu erkennen, die sehr flach anliegen. Dies ist unaufälligere Variante.

So… es wären sicherlich noch mehr Versuche mit „einfachen“ Zunahmen (ohne Richtung) möglich gewesen und theoretisch können auch gerichtete Zunahmen auf der linken Seite gemacht werden (aber wer macht das ohne Not schon gerne?). Wirklich empfehlenswert und auch für Menschen mit nicht so guten Englischkenntnissen, sind die Übersichten bei knitting-help zu Zunahmen und Abnahmen.

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