Verkürzte Reihen

Wie und wozu man verkürzte (oder eben auch verlängerte Reihen) nutzen kann und auch einige der folgenden Techniken hat tichiro hier schon einmal zusammengefasst.

Ich versuche hier mal die einzelnen Techniken (wahrscheinlich zum x-ten Mal), mit ihren unterschiedlichen Bezeichnungen auseinander zu halten.

Einfach wenden : )

Wendet man ohne irgendeine Maßnahme entsteht ein Loch. Das ist meist nicht gewünscht, es sei denn es wird wie z.B. bei Calorimetry sinnvoll ins Design miteinbezogen.

Wenden und abheben

Die einfachste Maßnahme um ein Loch zu vermeiden ist die erste Masche nach dem wenden abzuheben und fest anzuziehen. Das wird so z.b. bei verschiedenen Sockenfersen-Varianten gemacht.

Verkürzte Reihen mit Umschlag (short rows with yarnover)

Nach dem Wenden wird ein Umschlag gemacht. Dieser wird in der Rückreihe mit der Wendemasche zusammengestrickt. In diesem Video mit Eunny Jang ist es die erste Variante.

Doppelmaschen – drehen und ziehen (german short rows – turn & pull)

Nach dem Wenden, wird der Arbeitsfaden über die rechte Nadel gelegt und angezogen, bis die Wendemasche „kippt“. In der Rückreihe wird die dadurch entstandene Doppelmasche wie eine normale Masche abgestrickt. In Bildern bei alpi nachzulesen, als Video hier von elizzza am Beispiel einer Bumerangferse.

Ich finde, es ist eine einfache Methode, die z.B. für Socken in Ordnung ist oder auf kraus rechtem Gestrick auch wenig auffällt.

wrap and turn – wickeln und wenden

Die im englischen Sprachraum beliebte und zunehmend auch hier bekannte Variante ist das umwickeln der Masche nach der eigentlichen Wendestelle mit dem Arbeitsfaden (Variante 2 im Eunny Yang-Video). In der Folgereihe wird dieser „Wickel“ mit der Masche zusammengestrickt.

Auf der rechten Seite funktioniert das so , auf der linken so.

Die Methode ist relativ einfach und im Gestrick auch relativ unauffällig. In manchen Fällen, wie z.B. einer eingestrickten Armkugel, wird der Wickel auch einfach liegen gelassen, da er in der „Naht“ verschwindet. So schlägt es z.B. Elizabeth Doherty in mehreren ihrer Designs vor. (- Habe ich ehrlich gesagt noch nicht getestet, sondern die Wickel immer wieder aufgenommen.)

shadow wraps – twin stitch

Anstatt einer Wickels oder ähnlichem, wird an der Masche nach der Wendestelle aus der Masche der Vorreihe eine Masche zugenommen (russische Zunahme / gerichtete Zunahme aus Vorreihe). In der Rückreihe wird diese neue Masche mit der Masche nach der Wendestelle zusammengestrickt. Hier ein englisches Video von leethal knits, auf deutsch gibt es (sofern ich sehe) nur dieses Beispiel zu einer Sockenferse von JRusch, entsprechend konnte ich auch keinen eingedeutschten Begriff finden. Ich hab es noch nie probiert und kann nichts über die Vor- oder Nachteile dieser Methode sagen.

japanische verkürzte Reihen (mit Haarnadel)

Das Grundprinzip: Die erste Masche nach wenden abheben, den Arbeitfaden markieren (genial: mit einer Haarnadel wie von Eunny Yang gezeigt, eine Sicherheitsnadel tut es auch). In der Rückreihe wird der markierte Arbeitsfaden wieder aufgenommen und mit der Wendemasche zusammengestrickt.

Im Prinzip ist das was Eunny Yang in zwei Versionen zuletzt zeigt die Technik der japanischen verkürzten Reihe. Der Unterschied besteht darin ob die erste Masche nach dem wenden gestrickt oder abgehoben wird. Leider zeigt sie das Zusammenstricken in der Folgereihe nur auf der rechten Seite – und das ist auch die einfachere Version. Auf der linken Seite muss die Masche auf der Haarnadel erst den Platz mit der jeweiligen Maschen mit der sie zusammengestrickt werden soll tauschen.

Das zusammenstricken ist bei dieser Variante aus meiner Sicht, der entscheidende Punkt, wie unauffällig die Wendestelle im Gestrick später aussieht. Auch hier gibt es (soweit ich sehe) zwei Möglichkeiten, die zweite erscheint mir logischer.

Erstens: Der markierte Arbeitsfaden wird mit der Wendemasche zusammengestrickt, so zeigt es z.B. very pink knits.

Zweitens: Beim Zusammenstricken wird die Lücke geschlossen, dazu wird mit der Masche nach der eigentlichen Wendemasche zusammengestrickt. Das funktioniert so.

Aus meiner Sicht ist letztere die unauffälligste, wenn auch „aufwendigste“ Variante.

Empfehlenswert ist der schon erwähnte Artikel von tichiro, und auch Andi Satterlund hat mal eine kleine Review-Serie über verschiedene short-row-Methoden geschrieben.

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